Hötensleber verkaufen in Asien

Hötensleben, den 25.01.2018

Das Hötensleber Armaturenwerk expandiert. Eine Million Euro wurde in eine neue Fertigungsstätte in Ungarn investiert.

 

Der Hersteller für andere Hersteller hat sein Stammwerk in Hötensleben seit 2001 in vier Bauabschnitten einem kontinuierlichen Erweiterungsprozess unterzogen. Zunächst waren Lager (2001) und Vertrieb (2004) vom Dorfkern ins Gewerbegebiet umgezogen, 2009 und 2013 folgte die Errichtung neuer Produktionsstätten am Ortsrand.

Das Armaturenwerk Hötensleben (AWH) fertigt Edelstahlkomponenten für die Lebensmittel-, Kosmetik-, Chemie- und Pharmaindustrie. Tochtergesellschaften und Repräsentanzen betreibt das AWH unter anderem in Moskau, Lyon und Mailand.

„Auf dieser über Jahre gewachsenen Grundlage bauen wir nun weiter international auf und aus – mit einer Fertigungsstätte in Ungarn sowie Vertriebsbüros in Vietnam“, sagt Mandy Bode, Leiterin Marketing in Hötensleben.

Neue Niederlassungen in Vietnam

Die als hundertprozentige AWH-Tochter gegründete Außenstelle im ungarischen Mágocs, etwas südlich des Balatons gelegen, soll künftig primär den zerspanenden Edelstahlbereich mit abdecken. Eine Million Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben in den Fertigungszweitstandort investiert und sei dort mittlerweile startklar.

„Die ersten zehn zerspanenden Maschinen werden dieser Tage nach Ungarn geliefert“, teilte das AWH mit. Der 20-köpfige Mitarbeiterstamm in Mágocs soll „mittelfristig noch einmal um weitere zwanzig Arbeitskräfte aufgestockt werden.“

Neue Niederlassungen in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) sollen dem AWH über Europa hinaus Kunden und Handelspartner zuführen. „Mit den Vertriebsbüros dort lässt sich der asiatische Markt deutlich kundennäher erschließen“, so Mandy Bode. „Über sogenannte Regionalkonferenzen werden den Kunden vor Ort unsere Produkte vorgestellt und erklärt.“

Mehr Kundennähe als Ziel

Die erforderlichen Zulassungen und Genehmigungen seien eingeholt. „Es wurden durch uns bereits fünf Kollegen in Vietnam eingearbeitet und Übersetzungen ins Vietnamesische geliefert“, berichtet Bode. Der erste Auftrag aus Asien sei auch schon an Land gezogen.

Das AWH plane nun, die bis dato reinen Verkaufsniederlassungen in Vietnam um ein Vertriebslager zu ergänzen. Die Marketingleiterin dazu: „Das bedeutet, dass sich der Einflussbereich des Armaturenwerks auf zirka 400 Millionen Menschen in Vietnam, Thailand, Kambodscha, Indonesien sowie auf den Philippinen erweitert, denn auch hierzulande und europaweit hat so ziemlich jeder tagtäglich indirekt mit den AWH-Produkten zu tun.“

 So sei beispielsweise „kaum ein Joghurt oder Bier durch eine Anlage gelaufen, in der nicht AWH verbaut ist.“

78 Millionen Euro erwirtschaftet

Das mittelständische Traditionsunternehmen – 1859 als Armaturenfabrik und Metall-Gießerei in Hötensleben gegründet – zählt zu den hundert größten Betrieben Sachsen-Anhalts. Beschäftigt sind rund 450 Mitarbeiter. 2016 erwirtschaftete das AWH einen Umsatz von 78 Millionen Euro.

 

Foto: Der seit 2001 schrittweise erweiterte AWH-Betrieb am Ortsrand von Hötensleben. Von hier aus gehen Edelstahlkomponenten in die ganze Welt. Foto: AWH

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme

 

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