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Persönlichkeiten - Teil VI

Hötenslebener Bürgermeister von 1895 bis 2013

 

Die Ausdehnung des Bergbaus und der Industrie nach 1871, die Weiterentwicklung des Handwerks und die intensivere Betreibung des Ackerbaus und der Viehwirtschaft sowie die ständige Zunahme der Bevölkerung in Hötensleben führten dazu, dass der bisher nebenberuflich tätige Schulze oder Gemeindevorsteher von den gewachsenen kommunalpolitischen Aufgaben oft überfordert war. Hötensleben hatte sich in kurzer Zeit vom reinen Agrardorf zum Industrie/Agrardorf entwickelt. Der Ort mit seinen 4349 Einwohnern zog daraus die erforderlichen Schlussfolgerungen und setzte ab 1. Juli 1895 Otto Wolf als ersten hauptberuflichen Gemeindevorsteher ein. Im Predigerwitwenhaus (Pfarrwittum) in der Poststraße richtete man für ihn ein Büro und eine Wohnung ein. Hier wirkte und lebte er bis zu seinem Tode am 5. Februar 1911. Sein Nachfolger wurde am 20. April 1911 Carl Finke, ein gebürtiger Hötenslebener, Steuererheber wie auch schon sein Vater. Ab 1925 hatte er seinen Sitz im Rathaus (heute Dorfgemeinschaftshaus), in das später alle nachfolgen Bürgermeister einzogen. Finke übte sein Amt bis zum 30. März 1933 aus. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 waren zunächst der Lehrer Ernst Günther (1. bis 10. April 1933), der Landwirt Wilhelm Stiemerling (11. April 1933 bis 30. April 1934) und der Tischlermeister Wilhelm Herm (2. April bis 31. August 1934) kommissarisch als Gemeindevorsteher tätig. Am 1. Juli 1934 übernahm Herm das Amt des Gemeindevorstehers hauptamtlich und übte es bis zum 27. April 1945 aus. In der kurzen Zeitphase der Besetzung des Ortes durch die Amerikaner setzten diese Walter Hauenschild als Bürgermeister ein. Er amtierte vom 27. April bis zum 30. Juni 1945. Nachdem die Siegermächte Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt hatten, wurde Karl Peters am 8. August 1945 durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) als ehrenamtlichen Bürgermeister in Hötensleben eingesetzt, das nunmehr zum Territorium der sowjetischen Besatzungszone gehörte. Er blieb zum 1. November 1946 im Amt. Vom 20. Dezember 1946 bis zum 31. Dezember 1950 amtierte der Friseurmeister Albert Herte als hauptamtlicher Bürgermeister. In die Zeit seines Wirkens fiel die Gründung der DDR am 7. Oktober 1949. Nach ihm fungierte Ernst Kinzel bis zum 8. Februar 1951 als amtierender Bürgermeister. In der Zeit vom 9. Februar 1951 bis Ende Juni 1952 übte Fritz Erling das Amt aus. Ihm folgte Oskar Illgen, der vom Juli 1952 bis zum Dezember 1954 Amtsinhaber war. Am 1. Januar 1955 wurde Franz Groer in die Funktion berufen, die er bis zum 30.6. 1960 ausübte. Im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31.12.1960 übernahm das hauptamtliche Ratsmitglied Egon Willer die Aufgabe als amtierender Bürgermeister. Max Uhlemann wurde am 1. Januar 1961 in das Bürgermeister-Amt eingeführt. Er übte es bis zum 31. Mai 1984 aus. Waltraud Küstermann folgte ihm am 1. Januar 1984 nach. Sie war bis zum 31. Mai 1990 tätig. Noch vor dem Vollzug der deutschen Einheit wurde Dieter Buchwald am 5. Juni 1990 von der Gemeindevertretung als Bürgermeister gewählt. Er ist bis zum heutigen Zeitpunkt der Amtsträger. Die längsten Dienstzeiten in Hötensleben im Zeitraum von 1807 bis 1990 absolvierten Max Uhlemann (23 Jahre, 5 Monate), Carl Finke (22 Jahre, 1 Monat), Otto Wolf (15 Jahre, 7 Monate), Andreas Rick (15 Jahre), Fritz Jacobs (12 Jahre), Wilhelm Herm (10 Jahre, 4 Monate) und Adolf Kahmann (9 Jahre). Dieter Buchwald, dessen Amtszeit noch läuft, kann gegenwärtig auf eine 23-jährige Tätigkeit zurück blicken. Insgesamt haben in den genannten Jahren 34 Bürgermeister (Ortsmaire in der „Franzosenzeit" von 1807-1813, Dorfschulzen, Gemeindevorsteher) in Hötensleben gewirkt.

 

Haus Poststraße.jpg

In diesem Gebäude in der Poststraße, dem frühren Predigerwittwenhaus, hatte Otto Wolf ab dem 1. Juli 1895 seine Dienst- und Wohnräume als erster hauptamtlicher Bürgermeister des Ortes. Es war sozusagen das „erste Rathaus" in Hötensleben.