Verschleppt, verbannt, verschwunden
Am 14. Februar gibt es im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Grenzdenkmalvereins im Rathaus von Hötensleben um 17:00 Uhr eine Lesung mit Gritt Poppe. Wenige wissen, dass der KGB in der sowjetischen Besatzungszone auch Jugendliche ab zwölf Jahren verschleppt, mit langer Lagerhaft oder mit dem Tode bestraft hat.
In ihrem Buch „Verschleppt, verbannt, verschwunden“ erzählen Grit und Niklas Poppe die Schicksale Jugendlicher und junger Erwachsener nach, die nach der NS-Zeit, nach Kriegs- und Nachkriegserlebnissen in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes gerieten, verhaftet und verschleppt wurden – oft ohne, dass ihre Angehörigen damals etwas von ihrem Schicksal erfuhren. Es sind die Leidensgeschichten und Hafterfahrungen Betroffener aus der SBZ und DDR, die jung und unschuldig, oft für Jahre in einem der Speziallager der Sowjets und im Gulag verbrachten, nicht wenige mussten ihr Leben lassen.
Quelle der Porträts sind vor allem Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, die bisher unveröffentlicht sind. Im Mittelpunkt des Buches stehen dadurch die Betroffenen selbst. Ihre Erinnerungen werden so wiedergegeben, dass sie für die Leser und Leserinnen emotional nachvollziehbar sind und deutlich wird, wie schwer und nachhaltig Menschenwürde und Menschenrechte verletzt wurden.
Grit Poppe, geb. 1964, studierte am Literaturinstitut in Leipzig und arbeitet als freiberufliche Autorin. Sie schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet und war für den Jugendliteraturpreis nominiert. Mit Niklas Poppe veröffentlichte sie 2021 „Die Weggesperrten. Umerziehung in der DDR – Schicksale von Kindern und Jugendlichen“.
Niklas Poppe, geb. 1991, studierte an der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) Deutsche Sprache und Literatur sowie Geschichtswissenschaft und war dort später Lehrbeauftragter. Er arbeitet als Autor und freier Mitarbeiter an verschiedenen Gedenkstätten.
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Mi, 01. Januar 2025
